Gäste in Augsburg: fast 15 Millionen Aufenthaltstage pro Jahr
Der Bruttoumsatz der Tourismusbranche lag 2024 in Augsburg bei mehr als 685 Millionen Euro
Ende des Jahres 2025 landete eine im Auftrag der Regio Augsburg Tourismus GmbH erstellte Marktanalyse des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e. V. an der Universität München (dwif e.V.) auf dem Schreibtisch von Götz Beck. Dem Augsburger Tourismusdirektor lieferte die Studie wegweisende Eckdaten und Erkenntnisse: Nicht zuletzt auch die Bestätigung dafür, dass der Tourismus in Augsburg in den letzten zehn Jahren erheblich an ökonomischer Relevanz gewonnen hat.
Knapp 15 Millionen Aufenthaltstage von Touristinnen und Touristen in der Stadt am Lech wurden ermittelt. Dieses Besucheraufkommen hatte im Kalenderjahr 2024 für einen Bruttoumsatz von gut 685 Millionen Euro gesorgt – erwirtschaftet von der Hotellerie und der Gastronomie, vom Einzelhandel und von Dienstleistern. Gegenüber dem Jahr 2014 bedeutete dies für die Akteure im Augsburg-Tourismus einen satten Zuwachs von fast 40 Prozent.
Die erst jüngst veröffentlichte Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e.V. an der Universität München (dwif e.V.) hatte die Regio Augsburg Tourismus GmbH in Auftrag gegeben. Diese Marktanalyse hatte neben etlichen Eckdaten des Tourismus in der Fuggerstadt auch die Bedeutung der diversen touristischen Segmente, die direkten Profiteure des Tourismus sowie das direkt wie indirekt erwirtschaftete Einkommen, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie die steuerlichen Effekte durch den Wirtschaftszweig Tourismus untersucht.
Allein im Tourismusziel Augsburg wurde 2024 ein Bruttoumsatz von 685 Millionen Euro generiert. Zählt man die Umsätze der Landkreise Aichach-Friedberg und Augsburg dazu, beträgt der Bruttoumsatz rund eine Milliarde Euro.
Genauere Erkenntnisse liefert die Statistik für Augsburg nicht zuletzt beim Blick auf Details. Als zahlenmäßig stärkste Zielgruppe weist das Zahlenwerk etwa 13,7 Millionen Tagesreisende aus (2014: 13,5 Millionen). Übernachtungen in Betrieben wurden 2024 insgesamt 1,28 Millionen registriert: 2014 waren es noch rund 806.000 gewesen – was einen Zuwachs von knapp 59 % bedeutet.
Der Tagestourismus generierte einen Umsatz von 460 Millionen Euro brutto – ein Plus von fast 22 Prozent gegenüber 378 Millionen Euro im Jahr 2014. Prozentual deutlich massivere Zuwächse bei den Bruttoumsätzen haben freilich das Übernachtungsgewerbe sowie das Gastgewerbe mit jeweils rund 75 Prozent Zuwachs zu verzeichnen.
Bei den Übernachtungsbetrieben stehen 128 Millionen Euro im Jahr 2014 Einnahmen von 225 Millionen Euro im Jahr 2024 gegenüber. Die Bruttoumsätze im Gastgewerbe stiegen von gut 160 Millionen Euro im Jahr 2014 auf knapp 283 Millionen Euro im Jahr 2024.
Für Johannes Hintersberger, Vorstandsvorsitzender des Verkehrsvereins Region Augsburg e.V., ging die Entwicklung der Tourismuswirtschaft in der Fuggerstadt in der vergangenen Dekade signifikant in die richtige Richtung: Auch wenn die absoluten Zahlenwerte nicht inflationsbereinigt erfasst werden, zeige die Arbeit der Augsburger Touristiker und der Dienstleister im Tourismus mit einem Plus von fast 39 Prozent bei der gesamten touristischen Wertschöpfung (2014: 226,6 Millionen Euro gegenüber 2024 mit nunmehr 314,4 Millionen Euro) doch eine deutliche Wirkung.
Götz Beck, Tourismusdirektor der Regio Augsburg Tourismus GmbH, sieht nicht zuletzt zwei Effekte, die der Tourismuswirtschaft in Augsburg in den letzten Jahren einen zusätzlichen Schub nach vorn gegeben haben.
Dass das „Augsburger Wassermanagement-System“ seit 2019 auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht, habe die Stadt sowohl für Touristinnen und Touristen aus aller Welt als auch für viele Fachleute aus der Wasserversorgungs- und Energiebranche zusätzlich interessant werden lassen.
Quasi kostenlose Tourismuswerbung für die Stadt schafft der Fußball-Bundesligist FC Augsburg im Verlauf der Saison Woche für Woche – per Presse, Funk und Fernsehen, und nicht zuletzt auch über die zig-tausendfach angereisten Gästefans bei den Heimspielen in der WWK-Arena.

