Römer am Elfmeterpunkt – Was hat der FCA mit Augusta Vindelicum zu tun?

Römer am Elfmeterpunkt – Was hat der FCA mit Augusta Vindelicum zu tun?
Römische Venusstatuette aus Augsburg © KMA / Gestaltung: Christoph Sauter

Kleine Sonderausstellung im Römerlager im Zeughaus präsentiert Ausgrabungen an der Fußballarena – mit einem Augenzwinkern

  • Eröffnung: Montag, 15. Dezember 2025, 18 Uhr
  • Ort: Römerlager im Zeughaus
  • Laufzeit: Bis Ende 2026
  • Römische DNA-Augsburgs spiegelt sich im FCA-Wappen
  • Enninger: „Künftiges Museum wird immer neue Funde bieten“
  • Siedlung aus dem frühen 1. Jahrhundert entdeckt
  • Brauchwasser-Kanal 2024 ausgegraben

 Auch dort, wo heute das Augsburger Fußballstadion steht, befand sich in antiker Zeit eine römische Siedlung. Ungefähr fünf Kilometer vom antiken Augusta Vindelicum entfernt wurden beim Bau der Arena zahlreiche Funde ans Licht gebracht, die von Wohlstand und einer vernetzten Welt vor ziemlich genau 2000 Jahren zeugen. Jüngste Ausgrabungen im Umfeld des Stadions im Jahr 2024 lieferten außerdem detaillierte Erkenntnisse zur römischen Wasserversorgung Augsburgs. Fast alle in der Ausstellung gezeigten Funde, darunter Schmuck, bunte Glasgefäße oder Wein- und Fischsaucen-Amphoren aus Rhodos und Spanien, stammen aus den Grabungen um das Stadion.

 

Römische DNA-Augsburgs spiegelt sich im FCA-Wappen

Die römische DNA Augsburgs spiegelt sich auch im Profil des FCA. Er ist der einzige Bundesligaverein, der mit einem römischen Steindenkmal im Wappen (Pinienzapfen) bewusst Bezug auf die römische Vergangenheit nimmt. Ergänzend zu den antiken Objekten der Ausgrabung an der Arena thematisiert die Ausstellung deshalb auch aktuelle Rezeptionen der römischen Stadtgeschichte durch den Augsburger Fußballclub. Die mit Bezug auf Augusta Vindelicum gestalteten „Römer-Trikots“ waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Die Ausstellung versucht, ohne Partei zu ergreifen und immer mit einem kleinen Augenzwinkern, thematische Bezüge zwischen Antike und Fußball herzustellen.

 

Jürgen K. Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport:
„Künftiges Römisches Museum wird immer neue Funde bieten“

„Das römische Erbe ist in Augsburg bis in die heutige Zeit zu greifen. Immerhin prägten die Römer knapp 500 Jahre lang unsere Stadtgeschichte. Ich bin der Stadtarchäologie dankbar, dass sie ihre Funde aus dem Stadion-Umfeld im Römerlager präsentiert und damit erneut zeigt, dass ein künftiges Römisches Museum immer wieder Neues zu bieten haben wird: Nur etwa fünf Prozent von Augusta Vindelicum sind bislang ausgegraben. Als Sportreferent bin ich dankbar, dass sich der FCA die römische Geschichte der Stadt zu eigen macht und die Bedeutung dieser Identität in die Zukunft führt.“

 

Siedlung aus dem frühen 1. Jahrhundert entdeckt

Vor dem Neubau des Fußballstadions führte die Stadtarchäologie großflächige Ausgrabungen durch. Dabei konnten Überreste einer römischen Siedlung, mit mehreren Gebäuden, Straßen und Gewerbeanlagen (z.B. Öfen) freigelegt werden. Die überwiegend aus Holz errichteten Gebäude entstanden im frühen 1. Jahrhundert. In der Siedlung und auf den umliegenden Feldern wurden landwirtschaftliche Güter erzeugt, die zur Versorgung des Augsburger Militärlagers dienten. Daneben konnte über Ofenbestandteile und Schlacken Metallverarbeitung nachgewiesen werden. An einem nahen Bestattungsplatz wurden die Verstorbenen begraben. Zerstörungen in der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts zeugen von der Aufgabe der nur wenige Jahrzehnte bestehenden Siedlung.

 

Brauchwasser-Kanal 2024 ausgegraben

Ausgrabungen im Jahr 2024 brachten zu Tage, dass direkt an der Arena ein 40 Kilometer langer Brauchwasserkanal vorbeiführte. Dieser wurde im frühen 1. Jahrhundert als offener ca. 10 Meter breiter und drei Meter tiefer Kanal erbaut und bis ins 5. Jahrhundert genutzt. Mit 3 Promille Gefälle führte der noch 3,20 Meter tief erhaltene Wasserkanal 1.000 Liter pro Sekunde aus der Singold über die Hochterrasse bis ins Domviertel. Dieses Brauchwasser wurde benötigt als Antriebsenergie für Getreidemühlen und viele andere Zwecke. Trinkwasser bezog man damals aus den Brunnen im Stadtgebiet. Nicht zuletzt diente die Anlage dem Fischfang. Aufgrund der offenen Bauweise war das Wasser nicht vor Verunreinigung geschützt, so dass einige Funde wie Schmuck, Münzen oder Keramik aus dem Schlamm des Kanals geborgen werden konnten. Heute befinden sich die Reste des Kanals unter dem Parkplatz.

 

Alle Interessierten sind herzlich zur Eröffnung am Montag, 15. Dezember 2025, 18 Uhr im Römerlager im Zeughaus eingeladen!

 

Wassergraben am Augsburger Stadion in der Ausgrabung von 2024
© Stadtarchäologie / KMA
Übersichtsgrafik zu den Ausgrabungen am Stadion
© Stadtarchäologie/ KMA

 

 

 

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