Das war der IHK Neujahrsempfang – die Veränderung im Mittelpunkt
Der IHK Neujahrsempfang Mitte Januar im Kongress am Park war komplett ausgebucht, so groß war das Interesse der über 1200 Unternehmer und Unternehmerinnen aus ganz Schwaben. Er ist die größte Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Bayerisch-Schwaben. Diesmal hat die IHK Schwaben den Blick nach vorne gerichtet – auf die Chancen und Herausforderungen, die die Zukunft für unsere Region bereithält. Keynote-Speakerin war Laura Bornmann, die zum Nachdenken angeregt hat – über das, was uns als Menschen künftig auszeichnet und auf welche Kompetenzen es wirklich ankommt.
Wirtschaftlich leistungsfähig – politisch ausgebremst
Trotz des hohen Engagements vieler Unternehmen bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt, so begann der IHK-Präsident Reinhold Braun seine Rede vor einem vollen Saal. Seit drei Jahren stagniert die regionale Wirtschaft. Hohe Energiepreise, ausufernde Bürokratie, eine überlastete Infrastruktur und zu geringe Investitionen setzen die Wettbewerbsfähigkeit zunehmend unter Druck. „Die Diagnose liegt seit Jahren auf dem Tisch. Was fehlt, ist der Mut, klare Prioritäten zu setzen und die notwendige Wirtschaftswende entschlossen umzusetzen“, betonte Braun. Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen benötigten keine weiteren Analysen oder immer neue Expertenkommissionen, sondern eine konsequente Reformagenda – vom Bürokratieabbau über eine sichere und bezahlbare Energieversorgung bis hin zu einer leistungsfähigen digitalen Verwaltung.
Kommunen und Landkreise als Schlüssel für Wachstum und Standortqualität
Die entscheidenden Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg werden nicht nur auf Bundes- oder EU-Ebene gesetzt, sondern ganz konkret vor Ort. Genehmigungsverfahren, Infrastruktur, Bildungsangebote und Wohnraum beeinflussen Investitionsentscheidungen und Wachstum maßgeblich. „Kommunen und Landkreise machen Wirtschaftspolitik – jeden Tag. Deshalb müssen Wirtschaft und Kommunalpolitik enge Partner sein“, so Braun mit Blick auf die Kommunalwahl im März.
Die IHK Schwaben versteht sich dabei als Plattform für Dialog und als starke Stimme der regionalen Wirtschaft. „Mit unserem Arbeitsprogramm ‚Wirtschaft beginnt mit WIR‘ entwickeln wir praxisnahe Lösungen für die täglichen Herausforderungen unserer Mitgliedsunternehmen. Die bayerisch-schwäbische Wirtschaft hat enormes Potenzial. Damit daraus ein wirtschaftliches Comeback wird, braucht es Innovationen, Freiräume und vor allem Vertrauen.“
Die KI braucht den Menschen – sie ist kein Selbstläufer
Mit der renommierten HR-Expertin Laura Bornmann konnte die IHK Schwaben eine Keynote-Speakerin gewinnen, die ein zentrales Zukunftsthema in den Fokus rückte: Künstliche Intelligenz und die Frage, welche Kompetenzen Menschen in einer von KI geprägten Arbeitswelt auszeichnen – und welcher Führungsstil künftig erfolgreich sein wird.
Künstliche Intelligenz verändert Wirtschaft und Arbeitswelt bereits jetzt schon rasant. Entscheidend für ihren Erfolg sei jedoch nicht die Technologie allein, sondern der Mensch. Fachliche Kompetenz, soziale Fähigkeiten und gute Führung sind die zentralen Voraussetzungen dafür, dass KI echten Mehrwert schafft, unterstrich auch Braun.
„KI ist ein Werkzeug, kein Autopilot. Sie macht Prozesse schneller – aber nur Menschen machen sie besser“, so der IHK-Präsident. Unternehmen seien daher gefordert, gezielt in Qualifizierung, Führung und Unternehmenskultur zu investieren.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Laura Bornmann, dem IHK Präsidenten Reinhold Braun und dem Geschäftsführer Dr. Marc Lucassen ging es genau um diese Fragen, die von ihnen kritisch beleuchtet wurden. Moderiert hat den Abend der bekannte BR-Fernsehmoderator Tilmann Schöberl.




