KARLS AUTO DUELL
HYUNDAI STARIA – EIN SELTENER HERAUSFORDERER
Der koreanische Auto-Riese Hyundai ist mit seiner großen Fahrzeug-Palette auf den deutschen Straßen seit vielen Jahren bestens vertreten. Seit einiger Zeit hat er einen Großraumvan, namens Sta- ria, im Angebot. Der ist bei den Händlern mit einem modernen Hybridantrieb mit 165 kW/225 PS bestellbar, noch in diesem Jahr soll das Fahrzeug als reines E-Auto angeboten werden. Der Staria Hybrid bietet serienmäßig eine Sechsgang-Automatik und Frontantrieb, sein Verbrauch ist mit 7,6 Litern nach WLTP aber unmöglich erreichbar. Im Mix (Stadtverkehr/ Überland) muss schon mit über zehn Litern gerechnet werden. Highlight ist das Shift-by-Wire-System, das den her-kömmlichen Schalthebel durch eine moderne, platzsparende Bedienoberfläche ersetzt. Dies verbessert nicht nur den Schaltkomfort, sondern verleiht dem Innenraum des Großraumautos auch einen Hightech-Touch. Die Funktion Drive Mode Select ermöglicht eine individuelle Anpassung der Fahreigenschaften an unterschiedliche Fahrbedingungen und Fahrerpräferenzen und optimiert so das Fahrgefühl.
Der Staria ist bisher nur sehr selten zu sehen, die Alternative zum VW-Bus geht allerdings optisch einen ganz anderen Weg. Der Hyundai fällt mit dem durch- gängigen LED-Band in der Front auf,
riesige Fenster und riesige Leuchten machen den Koreaner einzigartig. Auch seine Platzverhältnisse sind enorm, man sitzt hoch, hinten hilft eine elektrische Schiebetür beim Einstieg. Es gibt den Staria als Sieben- und Neunsitzer. Die Sitze lassen sich verschieben aber nicht aus- bauen, die Lehnen umklappen. Somit ist er als Camper eigentlich nicht geeignet. Ganz schlecht: Für den Staria Hybrid sind keine Anhängelasten und keine Stützlast freigegeben. Damit ist sogar der Fahrradträger nicht erlaubt. Wer also maximale Variabilität und Zuglast sucht oder häufig Autobahn Langstrecke fährt, muss mit dem Staria Kompromisse eingehen.
VW ID BUZZ: DIE LANGE VERSION ÜBERZEUGT
Es dauerte einige Zeit, bis sich die Kundschaft an den elektrischen VW-Bus mit seinem neuen Outfit und neuem Namen gewöhnt hatte. Doch der gewinnt immer mehr Fans, hilfreich ist nicht zuletzt die lange Version, mit einem Radstand von 3,24 Metern – die lässt die Herzen der „Bulli“-Fans höherschlagen. Zumal das Pro-Ausstattungspaket kaum Wünsche offenlässt. Mehr Platz, mehr kw dank größerer Batterie, top Fahrleistungen bei dem
Gewicht von fast 2,7 Tonnen und eine sehr passable Reichweite, das alles ist stimmig. Dazu gibt es verschiedene Ausstattungs-Varianten (bis zu sieben Sitzplätze in drei Reihen) – ein passables Familien- auto ist der ID Buzz also in jedem Fall. Und Platz hat er auf allen Sitzen genügend. Im Innenraum gibt es jede Menge Plastik – etwas schade bei so einem Fahrzeug. Ein wenig mehr angenehmeres Innenleben hätte man sich bei dem Preis schon erwarten
dürfen. Positiv: Zwei Seitentüren erleichtern den Einstieg, was vor allem vollbepackte Eltern mit Kindern im Schlepptau sehr schnell zu schätzen wissen.
Wer seinen Bulli mit dem einen oder anderen Assistenz-System aufrüsten will, ihm eine Zweifarb-Lackierung oder flotte Felgen gönnen möchte, der muss noch ein wenig drauflegen. Freilich – eine Campingversion gibt es werksmäßig nicht. Zwar lässt sich die Transportfläche auch zum Schlafen umrüsten, ein echter Camper braucht aber mehr. Da sind die Bastler und Individualisten gefragt. Konkurrent Mercedes hat mit der V-Klasse Marco Polo (Modell Horizon ab 68.120 Euro) schon ein komplettes Reisemobil zu bieten.

FAZIT
Der VW ID Buzz und der Hyundai Staria sind zwei sehr interessante Vertreter ihrer Klasse. Bei den Großraum-Vans fallen sie in erster Linie durch ihre eigenwillige, aber gelunge- ne Optik auf. Preislich hängt der Koreaner den deutschen Platzhirschen zwar ab, der VW gewinnt jedoch den Vergleich aufgrund seiner besseren Platzverhältnisse und der größeren Variabilität im Innenraum. Beide Modelle gibt es allerdings nicht als werksseitig ausgebaute Camper zu kaufen, da hat die Konkurrenz schon einiges mehr zu bieten. Wer allerdings mit einer Groß-Familie unterwegs ist, ein solches Fahrzeug nicht unbedingt als Camper, sondern als Reisemobil nutzt, für den bieten sich beide Modelle an. Ob Elektro oder Hybrid – die zwei Kandidaten haben es in sich, sie bewegen sich aber auch in einer Klasse, in der am Ende viel- leicht der Preis entscheidet. Und da hat der Staria die Nase deutlich vorn.

