Die Lange Kunstnacht am 20. Juni wird #übersinnlich
Die Lange Kunstnacht hat noch nicht an Strahlkraft verloren in den letzten 25 Jahren – so lange gibt es sie nämlich schon, sagt Elke Seidel, die Kulturamtsleiterin bei der Pressekonferenz. Am 20. Juni 2026 verwandelt sich Augsburg erneut in eine große Bühne für Kunst und Kultur verschiedenster Sparten und Genres. Unter dem diesjährigen Motto #übersinnlich widmet sich die Lange Kunstnacht dem Geheimnisvollen, dem Verborgenen und dem Gespenstischen. Alte Gemäuer und (Glas-) Paläste, Kirchenräume, Arkaden, Museen und Galerien werden zu Schauplätzen für gesungene, gespielte und erzählte Geschichten von Fabelwesen und Gespenstern, Parallelwelten und zauberhaften Momenten, für sinnliche Erfahrungen und den ein oder anderen Gänsehautmoment.
Die Lange Kunstnacht startet schon um 18 Uhr mit dem Eröffnungskonzert der Philharmoniker des Staatstheaters Augsburg. Von 19 Uhr bis Mitternacht beginnen im Viertelstundentakt an verschiedenen Orten der Innenstadt meist 30-minütige Programme. Mit dabei: Musik (fast) aller Epochen in verschiedensten Besetzungen, Literatur, Tanz, Theater, Performance, bildende Kunst, Ausstellungen und Führungen. Mit einer Eintrittskarte können die Gäste so viele Kurzprogramme ansehen, wie sie möchten. Die Lange Kunstnacht bietet damit ein Schnupper- und Einsteigerprogramm zum Kennen- und Liebenlernen, für passionierte Konzert- und Theaterfans, die etwas Neues probieren möchten, genauso wie für Kulturneulinge.
Magische Eröffnung
Mit einem festlichen Eröffnungskonzert in St. Anna beginnt die Kunstnacht. Sally du Randt, Natalya Boeva und die Augsburger Philharmoniker widmen sich der Opernwelt des 17. und 18. Jahrhunderts und schlagen einen Bogen zwischen Leben und Tod, Traum und Wirklichkeit. Werke von Purcell, Händel, Gluck, Haydn und Mozart führen in eine von Geistern, Zauberinnen, Göttern und inneren Dämonen bevölkerte Klangwelt.
Sagenhaft und spirituell
Das Übersinnliche prägt auch zahlreiche Erzählformate. Im Maximilianmuseum nehmen Al Mar das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Sagen, Legenden und volkstümliche Geschichten. Weltmusik, eine singende Bardin und ein Klangschamane führen bis ans Ende der Milchstraße, während Märchen wie jenes vom grünen Serypentin oder das Inuit-Märchen von der Skelettfrau Liebe und Grusel miteinander verbinden. Religiöse und spirituelle Traditionen begegnen einander in Musik aus dem brasilianischen Candomblé und in mystischen Sufi-Klängen, interpretiert von Vatapà und dem Ensemble Colours.
Zwischen Diesseits und Jenseits
Das Chorprogramm steht ganz im Zeichen nordischer Mythen. Skandinavische Klänge entführen in Welten von Trollen, Elfen und alten Sagen. Das Augsburger Vokalensemble, das Collegium Vocale, der Frauenchor Coro degli Angeli und Vox Augustana präsentieren Programme zwischen Schattengeistern, nächtlicher Stille und geheimnisvollen Landschaften.
Über den Horizont hinaus führt das Programm im S-Planetarium, das sich Mythen, Horoskopen, Sterndeutung und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Sternen widmet. Weitere Grenzgänge zwischen Diesseits und Jenseits markieren eine Theaterperformance des theter ensemble, Jazzimprovisationen im Jazzclub sowie Beethovens sogenanntes „Geistertrio“ in St. Anna.
Historisch und gruselig
Historische Abgründe öffnen sich im literarischen und wissenschaftlichen Programm. Musikwissenschaftlerin Susanne Wosnitzka rekonstruiert Augsburger Kriminalfälle des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter die Geschichte des berüchtigten „Mädchenschneiders“. Peter Dempf liest aus lokalen Sagengeschichten, während am Staatstheater Realität und Fiktion in einem VR-Theaterstück nach E.T.A. Hoffmann verschwimmen. Ein weiterer Programmpunkt widmet sich dem Werk H. P. Lovecrafts.
Sinnliche Wahrnehmung steht im Mittelpunkt besonderer Formate: Beim Blindkonzert wird Hören ohne visuelle Ablenkung erprobt, während Alphornklänge, Gesang und Tanz im Glaspalast Wind und Unsichtbares erfahrbar machen. Vokalimprovisationen über Klosterklänge sowie Debussys Chansons de Bilitis verbinden historische Stoffe mit intensiver Emotionalität.
Tanz und Führungen
Tanzperformances spannen einen weiten Bogen von historischen Figuren wie Casanova bis zu zeitgenössischen Choreografien zwischen Gothic, Anime und Dracula. Ergänzt wird das Programm durch Führungen und Ausstellungen, die sich Jenseitsvorstellungen, Aberglauben und kulturellen Ritualen widmen. Fast alle Museen der Stadt sind geöffnet und mit dem Kunstnacht-Ticket frei zugänglich.
Schattentheater, Straßentheaterperformances und musikalischer Ausklang
Mit Einbruch der Dunkelheit bestimmen Licht und Schatten das Stadtbild: Schattenprojektionen, Schwarzlicht, japanischer Ausdruckstanz, Akrobatik und eine große Straßentheaterperformance mit leuchtenden Figuren markieren den Höhepunkt des Abends. Nach Mitternacht klingt die Kunstnacht musikalisch aus – mit Jazz, Swing, Bluegrass und Liedern über Geister, Gebeine und dunkle Seiten der Fantasie. Die Lange Kunstnacht ist Teil des Augsburger Stadtsommers. Alle Informationen und Termine zum Stadtsommer 2026 finden Sie auf augsburger-stadtsommer.de.
Die Lange Kunstnacht wird unterstützt von zahlreichen langjährigen Partnern und Sponsoren: der Stadtsparkasse Augsburg, den Stadtwerken Augsburg, dem Staatstheater Augsburg, den Kunstsammlungen und Museen Augsburg, der Regio Augsburg Tourismus GmbH, zahlreichen Kirchengemeinden, Museen und Galerien, Institutionen und Vereinen.
Das detaillierte Gesamtprogramm ist unter langekunstnacht.de einzusehen.
Tickets gibt es ab heute bei der Bürger- und Touristinformation am Rathausplatz, an allen Reservix-VVK-Stellen (reservix.de) und auf langekunstnacht.de
Zudem an den Abendkassen (nur Kartenzahlung): Rathaus, Kleiner Goldener Saal, Schaezlerpalais, Maximilianmuseum, Kresslesmühle, Evang. St. Ulrich, St. Anna (Kreuzgang), Römerlager, Kunsthalle im Glaspalast
Das sind die Preise:
- im Vorverkauf und online: 20 Euro / 18 Euro (erm.)
- an der Abendkasse: 22 Euro / 20 Euro (erm.)
- Ticketaufschlag für das Eröffnungskonzert: 4 Euro


