Rares römisches Mosaik kehrt nach Augsburg zurück
Ein bedeutendes Zeugnis aus der Römerzeit ist nach Augsburg zurückgekehrt: Ein seltenes römisches Mosaik aus dem 2. bzw. 3. Jahrhundert n. Chr. wurde nach einer aufwendigen Restaurierung wieder in die Stadt gebracht. Der Fund aus dem Stephansgarten wird künftig ein Highlight der Archäologischen Landesausstellung sowie des geplanten Römischen Museums in Augsburg sein.
Zufallsfund im Stephansgarten
Das Mosaik gehört zu insgesamt drei Mosaikfunden, die 1986 und 1987 im Garten des Klosters St. Stephan im Augsburger Domviertel entdeckt wurden. Die ersten Steinchen stießen damals Schüler des Gymnasiums bei St. Stephan zufällig bei der Anlage eines Biotops.
Die anschließenden archäologischen Grabungen brachten die Überreste eines römischen Gebäudes ans Licht. Das Gebäude war außergewöhnlich reich ausgestattet: Neben mehreren Mosaiken fanden Archäologen auch Wandmalereien, Stuckleisten sowie Marmorverkleidungen. Zudem verfügte der Bau über eine Fußbodenheizung. Nach aktuellem Forschungsstand befand sich das Gebäude am Rand des Forums der römischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum.
Seltene Mosaike aus der Römerzeit
Römische Mosaike sind in Schwaben äußerst selten. Nur wenige Exemplare sind bis heute erhalten geblieben, die meisten stammen aus Augusta Vindelicum, der römischen Vorgängerstadt Augsburgs. In den ersten rund 500 Jahren seiner über 2000-jährigen Geschichte war Augsburg stark von der römischen Kultur geprägt.
Das restaurierte Mosaik zeigt ein schwarz-weißes Rautenmuster mit spindelförmigen Dekorelementen und gilt als besonders gut erhaltenes Beispiel römischer Innenausstattung.
Aufwendige Restaurierung in Spezialwerkstatt
Um das etwa 2,50 Meter lange und 1 Meter breite Mosaik bergen zu können, musste der Boden zunächst in fünf Teile zerschnitten werden. Die einzelnen Teile wurden mit einem speziellen Textil gesichert, um die kleinen Steinchen zu stabilisieren.
Die Reinigung, Zusammenfügung und Restaurierung erfolgte anschließend über mehrere Monate in einer spezialisierten Restaurierungswerkstatt in Rheinland-Pfalz. Heute ist das Mosaik auf einer sogenannten Aero-Web-Platte montiert – einer leichten, stabilen Trägerplatte, die auch im Flugzeugbau verwendet wird. Dadurch konnte das Gesamtgewicht des Exponats auf unter 100 Kilogramm reduziert werden.
Die Restaurierung eines zweiten Mosaikbodens aus dem Stephansgarten hat bereits begonnen und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
Unterstützung für Restaurierung und Forschung
Die Restaurierung des Mosaiks wurde finanziell von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern sowie der Vera-Setzer-Stiftung für das Römische Museum unterstützt.
Viele bedeutende Fundstücke aus Augsburgs Römerzeit lagern derzeit noch im Museumsdepot der Stadtarchäologie. Einige davon müssen zunächst restauriert und wissenschaftlich untersucht werden, bevor sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können.
Mit der Archäologischen Landesausstellung und dem geplanten Römischen Museum sollen diese Schätze künftig erstmals umfassend gezeigt werden – darunter auch die Mosaike aus dem Stephansgarten.

